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Frauen im Schreinerhandwerk

  • Autorenbild: Patrick Fink
    Patrick Fink
  • 11. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Das Tischlerhandwerk gilt seit jeher als klassisches Männerdomäne. Holz, Maschinen und körperliche Arbeit wurde lange Zeit mit männlichen Rollenbildern verknüpft. Doch dieses Bild wandelt sich zunehmend: Immer mehr Frauen entscheiden sich bewusst für eine Karriere als Schreinerin und bringen frischen Wind in die traditionsreiche Branche. In Nordrhein-Westfalen verzeichnet der Zentralverband des Deutschen Handwerks 382 Auszubildende den niedrigsten Stand seit rund 20 Jahren, 2024 sind es 822 Frauen, die eine Karriere in diesem Beruf anstreben. Auch unsere Schreinerei bildet zwei junge Frauen aus. Wir haben nachgefragt:


Frauen im Schreinerhandwerk

Warum habt ihr euch für die Ausbildung als Tischlerin entschieden?

Jolina: Mir liegt der Job quasi im Blut. Mein Großvater war Schreiner. Ich habe mich einfach sehr für die Arbeit interessiert und vor der Ausbildung bei der Schreinerei Beck ein bisschen Handwerksluft geschnuppert. Ich habe mir den Messebau und reine Montagearbeit angeguckt. Das war aber nichts für mich. Dann habe ich entschieden, neben meiner Arbeit als Bäckereifachverkäuferin einmal wöchentlich über einen längeren Zeitraum hier zu arbeiten. Und was soll ich sagen, ich bin geblieben!

Zoe: Ich habe auch total viele Praktika bei verschiedenen Schreinern gemacht. Das ging bei mir in der 9. Klasse los. Mein Papa hatte mich damals drauf aufmerksam gemacht, dass die Arbeit als Tischlerin vielleicht was für mich ist. Da hat er Recht behalten.

Was haltet ihr von dem Klischee, dass die Arbeit als Tischler ein reiner Männerjob ist?

Jolina: Ich halte davon gar nichts. Wir arbeiten hier wie alle anderen männlichen Kollegen auch. Klar haben die mehr Muskeln, aber ich kann auch sehr gut anpacken.

Zoe: Also ich hatte am Anfang schon ein wenig Sorge, dass man mir meine Stärke nicht ansieht und mich vielleicht für einen Schwächling hält. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass das jemand tut. Manchmal, wenn ein Fenster besonders schwer ist, sagen uns die Kollegen auch, dass wir hier auf keinen Fall alleine anpacken sollen. Das finde ich ehrlich gesagt sehr rücksichtsvoll.

Das heißt, ihr fühlt euch bei der Schreinerei Beck wohl?

Zoe und Jolina: Auf jedenfall.

Und wie ist das Betriebsklima unter Männern?

Jolina: Ich habe vorher als Bäckereifachverkäuferin gearbeitet. Das war hier schon eine Umstellung, weil es eben auch mal etwas rauer zugeht. Gerade dann, wenn es stressig ist. Aber man lernt einzustecken und auch auszuteilen.

Was liegt euch bei der Arbeit am meisten?

Zoe: Bei mir ist das ganz klar der Möbelbau. Ich liebe es, Möbelstücke zu fertigen und aufzubauen.

Jolina: Ich mag beides, weil es abwechslungsreich ist. Hier haben wir die Möglichkeit, alles sowohl Möbel- als auch Bauschreinerei kennenzulernen. Das finde ich super.

Wo seht ihr euch in 10 Jahren?

Jolina: Am besten habe ich da die Meisterschule hinter mir!

Zoe: Ich will auch Meisterin machen.

Wir drücken euch die Daumen! Viel Erfolg!


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